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Arganöl - Inhaltsstoffe, Wirkungen und Anwendungsgebiete

Arganöl
Das wertvolle, "marokkanische Gold", das Arganöl ist mittlerweile weltweit begehrt aufgrund seiner außergewöhnlichen Wirkungen auf Haut, Haar und den ganzen Organismus

Arganöl ist eines der wertvollsten Pflanzenöle unserer Welt und kommt aus Marokko - es wird deshalb auch marokkanisches Öl oder Moroccanoil genannt. Die einzigartige Kombination von Antioxidantien und essenziellen Fettsäuren ist die Grundlage für das "Gold aus Marokko" und seinen weltweiten Ruhm. Arganöl schützt aufgrund seines hohen Vitamin-E Gehalts unseren Organismus auf zellularer Ebene.

Ob Naturkosmetik-Hersteller oder Gourmetkoch, sämtliche Nutzer begeistern sich immer wieder neu für das Arganöl und seine naturgegebenen Inhaltsstoffe, welche dem Samen des Arganbaumes (Argan-Nuss) entstammen.

Arganöl ist aufgrund seiner ungesättigten äußerst hochwertigen Fettsäuren sowie des nussigen Geschmacks als Gourmet-Speiseöl mittlerweile selbst in den westlichen Teilen der Welt bekannt. Die Kosmetikbranche konzentriert sich bei dem Arganöl wiederum auf die feuchtigkeitsspendenden Bestandteile, um diese innerhalb der Pflegeprodukte gegen trockene, stark beanspruchte sowie faltige Haut zu nutzen. Selbst bei Schuppenflechten und Ekzemen sowie Neurodermitis soll Arganöl erfolgreich sein.

Dieser sogenannte "Baum des Lebens" ist von der UNESCO seit 1998 geschützt und ein wichtiger Bestandteil innerhalb der Berber-Kultur in Marokko. Des Weiteren wird er für schönheits- und gesundheitsbewusste Menschen hierzulande stets eine wirkungsvolle Bereicherung sein.

Fakten zu Arganöl im Überblick

  • Herkunft: südwestliches Marokko sowie an den Rändern des Atlasgebirges
  • Quelle des Arganöls: Pressung der Kerne aus den Früchten des Arganbaums (Arganie)
  • Inhaltsstoffe: gesättigten und ungesättigte Fettsäuren (20/80 Anteil), Tocopherole (Vitamin E Form), Phytosterine und Polyphenole (D-7-Schottenol und Alpha-Spinasterol)
  • Wirkungsweisen: antibakteriell, zellschützend, zellregenerierend, Blutdruck- und Cholesterin senkend, feuchtigkeitsspendend, antioxidativ
  • Anwendungsgebiete: Hautpflege, Haut Ungleichgewichte (Akne, Pickel, Mitesser, Ekzeme) Hautkrankheiten (Neurodermitis, Schuppenflechte), Bindegewebsschwächen (Cellulite), Haarpflege, Cholesterin Senkung, Immunsystem Stärkung, bakterielle Erkrankungen, Herzinfarktschutz, Parkinson, Alzheimer, Rheuma, Bluthochdruck
  • Verkaufsformen: Arganöl pur (geröstet oder ungeröstet), Arganöl Cremes, Argan Hautöle, Argan Seifen, Argan Serum, Arganöl Shampoos und Duschgels, Arganöl Masken, Arganöl Augenserum uvm.

Arganöl auf dem Markt

Arganöl ist im kosmetischen Bereich zunehmend populärer geworden. Die Zahl der Körperpflegeprodukte mit Arganöl auf dem US-Markt stieg von 2 im Jahr 2007 bis über 100 in 2011 enorm an. Aufgrund seiner antioxidativen Vorteile wird es manchmal mit Granatapfelsamenöl gemischt, sodass es als „All in one“-Serum für Haut und Haar von Anbietern vermarktet werden kann. Das Arganöl wird aber auch ohne Zusätze als natürliches Haut- und Haarpflege-Produkt verkauft.

Die zunehmende Beliebtheit von Arganöl gab der marokkanischen Regierung den Anlass eine gesteigerte Produktion zu planen, mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 die jährliche Herstellung von etwa 2.500 bis 4.000 Tonnen zu erhöhen.

Arganöl als Heilmittel

Erst vor wenigen Jahren sind besonders französische Wissenschaftler den überlieferten Wirkungen der Arganie mit mordernen Forschungen auf den Grund gegangen. Die Ergebnisse der Analyseverfahren übertrafen die Erwartungen bei Weitem. Es kam heraus, dass insbesondere die antioxidativen Inhaltsstoffe des Arganöls für weitreichende gesundheitliche Wirkungen auf das Immunsystem verantwortlich sind.

Mit Arganöl, so fand man heraus, wird das Immunsystem effektiv unterstützt in der inneren und äußeren Abwehr von Erregern und Schadstoffen (freie Radikale). Entsprechend groß ist das Wirkspektrum von Arganöl, welches von Wundheilung über Organgesundheit bis hin zur Tumorhemmung und damit Krebsvorbeugung reicht.

Die unterstützende Wirkung auf das Immunsystem ist hierbei besonders interessant, wird dadurch das Immunsystem dazu angehalten, sich mehr das Immunabwehr zu widemen mit allen positiven Konsequenzen auf den ganzen Organismus. Einerseits werden mit Arganöl krankmachende Überreaktionen des Immunsystems unterbunden, die Auslöser für chronische Krankheiten, etwa wie Rheuma oder Allergien sein können. Dies wird noch dadurch unterstützt, dass Arganöl die übersteigerte T-Zellenfunktion bei Allergien oder ähnlichem stabilisiert und damit die Antikörperproduktion normalisiert.

Dieser Effekt führt letztlich zu einer verminderten entzündlichen Reaktion und einer Normalisierung der Immunreaktion, sodass das Immunsystem wieder vital funktionieren kann.

Arganöl Wirkungen und Anwendungsgebiete
Abbildung: Arganöl Wirkungen auf die Haut und medizinische Anwendungsgebiete durch innere Einnahme

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Arganöls sind jedoch nicht allein in der Kosmetik oder in der Küche sehr gefragt, seit jeher wird es in Marokko auch als traditionelles Heilmittel eingesetzt. Es verfügt zum Beispiel über fast die doppelte Menge Vitamin E wie klassisches Olivenöl und ist zudem reich mit Antioxidantien ausgestattet.

Die Fettsäuren des Arganöls beinhalten ebenso acht essenzielle Fettsäuren wie beispielsweise Oleinsäure und Linolsäure und sind zu achtzig Prozent ungesättigt. Das Arganöl enthält zudem sehr seltene pflanzliche Sterine, welche sich in keinem weiteren Öl befinden. Sie verfügen über immense entzündungshemmende Eigenschaften, wodurch arthritische und rheumatische Beschwerden positiv zu beeinflussen sind.

Mit diesen besagten speziellen Eigenschaften können nicht nur die Zellen von Haaren sowie der Haut, sondern auch der komplette Organismus im Positiven unterstützt werden. Des Weiteren überzeugt das Arganöl gegenüber handelsüblichen Pflanzenölen mit einer einzigartigen Verbindung aus Spinasterol und Schottenol.

Haut, Haare und Bindegewebe

Als Spiegelbild unseres Körpers sieht man an der Haut, ob Organismus gesund ist oder nicht. Wenn man sich zum Beispiel schlecht ernährt, seinem Körper also viel ungesunde Fett zuführt und zu wenig Nährstoffe, versucht das Immunsystem, die vielen Gifte auszuscheiden. Ausscheidungsorgane sind neben dem Stuhl und Harn vor allem die Haut. Bei vermehrter Mühe, die Ausscheidung von Giftstoffen voranzutreiben, verliert das Immunsystem die Kraft, sonstige freien Radikale in "gesundem Maße" abzuwehren und vor allem die Haut wird empfänglicher für Krankheitskeime und Schadstoffe aller Art (freie Radikale). Der Mantel der Haut ist dann angreifbar und wird dann krank und zeigt Entzündungserscheinungen, die sich in Form von Neurodermitis, Exzemen oder der Schuppenflechte äußern können.

Arganöl wirkt gefäßerweiternd, was zu besserer Durchblutung auch des Unterhautfettgewebes führt. Die erhöhte Durchblutung sorgt für den schnellen Transport von Antioxidanzien zu den geschädigten Gebieten, wo giftige Substanzen bekämpft und abtransportiert werden. Die Phenole im Arganöl sorgen dafür, dass etwa dreimal soviel Schadstoffe entsorgt werden können. Eine erneute Verschlackung wird damit ebenfalls unterbunden und das Bindegewebe bleibt fest und gesund. Aus diesem Grund sind auch Bindegewebsschwächen wie Orangenhaut (Cellulite) mit der inneren und äußeren Behandlung mit Arganöl gut zu behandeln.

Innere Entzündungen der Gelenke und des Verdauungsapparates

Derartige Phytosterole können sich äußerst effektiv bei der Behandlung von Entzündungskrankheiten wie beispielsweise Arthritis zeigen. Gleichzeitig zeigen sie eine anregende Wirkungsweise auf den Kreislauf und bieten dem Immunsystem eine intensive Unterstützung (Für die Stärkung des Immunsystems eignet sich auch Schwarzkümmelöl besonders gut). Mittels einer Erhöhung der Pepsine (Verdauungsenzyme) des Magensaftes wird nebenbei die gesamte Verdauung verbessert. Neben seinen Qualitäten als Gesundheitselixier sowie Pflegemittel bietet das Arganöl eine interessante wie auch aphrodisierende Wirkung.

Krebsvorbeugung und Krebsbehandlung

Forscher haben weiterhin herausgefunden, dass die tägliche Einnahme von Arganöl im Essen „höchstwahrscheinlich“ ein Faktor zu sein scheint, der verschiedene Krebsarten verhindert. In Labtoruntersuchungen wurde festgestellt, dass insbesondere das Schottenol und Spinasterol im Arganöl sich direkt positiv auf die immunologischen Killerzellen gegen Krebs auswirken.

Des Weiteren konnte erwiesen werden, dass selbst Nebenwirkungen der Chemo- und Bestrahlungstherapie mit Arganöl neutralisiert werden können. Das Arganöl ist also aufgrund seiner extrem guten antioxidativen Eigenschaften imstande, die Haut vor Giften vom Kaliber einer Chemotherapie oder Bestrahlung zu schützen. Als Schlussfolgerung der Forscher, müsste Arganöl auch vor schädlichen Sonnenstrahlen schützen.

Arganöl besitzt ein ganzes Wirkspektrum gegen Krebs: Es hat positive Auswirkung auf die Knochenmarkszellen, steigert die Produktion der Immunzellen und antikörperprroduzierenden B-Zellen, erhöht die Interferonproduktion, schützt die Körperzellen und zerstört Tumorzellen.

Herz-Kreislauferkrankungen

und sich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas positiv auswirkt. Im Jahr 2005 wurden die Ergebnisse einer Ernährungsinterventionsstudie veröffentlicht, bei der Freiwillige entweder Arganöl oder tierische Fette (Butter) in der Zubereitung ihrer Speisen verwendeten. Es zeigte sich, dass eine regelmäßige Zufuhr von Arganöl anstatt Butter schädliches Cholesterin und Triglyceride im Blut senken kann, ganz ähnlich wie bei Olivenöl und anderen Pflanzenölen.

Anwendungsspektrum für die Organe

Heutzutage findet Arganöl Anwendungen in vielen medizinischen Bereichen:

  • Atemwege: Rachen, Nase, Lunge
  • Bewegungsapparat: Knochen, Sehnen, Muskeln, Bindegewebe
  • Immunsystem: Killerzellen, Knochenmark
  • Herz- Kreislaufsystem: Herz, Lymphen, Gefäße, Blut
  • Sinnesorgane: Ohren, Augen, Zunge (Geschmack)
  • Verdauungssystem: Speiseröhre, Leber, Schleimhäute, Magen
  • Harnsystem: Nieren, Blase und Harnröhre

Arganöl Inhaltsstoffe

Die besondere an Arganöl ist die besondere Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, die es für den menschlichen Organismus und auch für die Haut und das Haar so interessant machen. Hier ist es die Kombination der Inhaltsstoffe, die die Wirkungen entfalten, nicht jeder Inhaltsstoff selbst für sich genommen, da keine auffallend großen Mengen jedes einzelnen Inhaltsstoffes vorkommen.

Arganöl zeichnet allerdings aus, dass nur hier Schottenole und Spinasterole vorkommen, beides Stoffe, die signifikant zur Bekämpfung von Krebserkrankungen sich auch in der Krebsforschung hervorgetan haben. Generell besteht das Arganöl aus folgenden Inhaltsstoffen, die für die Gesundheit von großer Bedeutung sind:

  • Ungesättigte und gesättigte Fettsäuren (u.a. Gamma Linolensäure, Oleinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure)
  • Provitamin A
  • Monoazylglyzerole
  • Tokopherole (insbesondere Alpha- und Gamma-Thopherol)
  • Querzetine und Myrizetine (gegen Pilze und Bakterien)
  • Phenole
  • Sterine
  • Squalene

Omega Fettsäuren

Fettsäuren in Arganöl
Arganöl enthält bis zu 80% ungesättigte Fettsäuren, die der Körper selbst nicht herstellen kann

Arganöl besteht zu 80 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, den Rest machen gesättigte Fettsäuren aus. Gesättigte Fettsäuren dienen als Energielieferant und befinden sich vor allem in tierischen Fetten. Bei den ungesättigten Fettsäuren unterscheidet man die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Einfach ungesättigte Fettsäuren kommen vor allem in pflanzlichen Ölen vor.

Diese wertvollen Fette befeuchten die menschlichen Zellen, ohne körpereigene Feuchtigkeitsmechanismen zu blockieren. Eine der wirkungsvollsten Fettsäuren des Öls ist beispielsweise die Linolsäure , die z.B. auch hoch konzentriert Schwarzkümmelöl vorkommt.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann der menschliche Körper oder auch das Tier nicht selbst herstellen, weshalb ihre Zufuhr lebensnotwendig ist. Die Linolsäure und Linolensäure sind mit die wichtigsten ungesättigten Fettsäuren des Arganöls. Sie sorgen für einen ausgeglichenen Cholesterinspiegel und schützen vor Herz- und Kreislauferkrankungen.

Sie ist zweifach ungesättigt und gehört der Omega 6 Gruppe an. Die Linolsäure unterstützt zudem die Organfunktionen sowie die Darmschleimhaut und mindert Entzündungen. Für Haare und Haut spendet sie Vitalität und Elastizität, wobei zusätzlich eine Schutzbarriere von ihr errichtet wird, die das Austrocknen verhindert und schädliche Umwelteinflüsse abhält. Auf diese Weise beugt die Linolsäure Haarbruch sowie Faltenbildung vor.

Tokopherole

Tokopherole sind Vitamin E Verbindungen, die als Radikalfänger im Körper aktiv sind. Arganöl besitzt etwa 620 Milligramm an Tokopherolen pro Kilogramm, im Vergleich Olivenöl nur ca. 320 Milligramm pro Kilo. Die wirksamste Verbindung ist das Alpha-Tokopherol neben den Beta-, Gamma- und Delta Verbindungen. In Arganöl machen die antioxidativ wirkenden Alpha-Tokopherole 69% alle Tokopherole aus. Arganöl enthält also einen hohen Anteil Tokopherole und davon ist der größte Anteil das wirksame Alpha-Tokopherol.

Die Tokopherole fungieren als Antioxidanzien und wehren damit freie Radikale aus der Umwelt wirksam ab. Sie tragen damit wesentlich zur Stärkung des Immunsystems bei und geben dem Arganöl die Fähigkeit, geschädigte Zellen zu reparieren. Deshalb wird Arganöl auch als Hautschutz und in der Behandlung von Hautkrankheiten verwendet. Ganz nebenbei sorgen die Tokopherole als Antioxidanzien dafür, dass das Arganöl lange gelagert werden kann, da sie das Öl jung halten.

Als Antioxidantien können sie Hautschäden neutralisieren, welche durch gesundheitsschädliche freie Radikale verursacht werden. Dies kommt im Besonderen hinsichtlich der voranschreitenden Umweltverschmutzung zum Tragen. Ebenso verleihen Carotinoide des Arganöls dem Hautbild ein wesentlich frischeres und jüngeres Aussehen. Zudem straffen sie als naturgegebene Antioxidantien das Gewebe, wobei gleichzeitig ein Schutz vor UV-Strahlen aufgebaut wird.

Arganöl bietet sich als also hervorragende Quelle des Vitamins E an. Dieses wehrt auf der zellulären Ebene schädliche freie Radikale erfolgreich ab, wodurch bei Haaren und Haut die Spannkraft sowie die Vitalität aufrechterhalten wird. Aus genau diesen Gründen wird aufbauenden Shampoos und Hautcremes gern und oft das Vitamin E beigefügt. Selbst das Haarwachstum und die Haarfülle soll es wesentlich verbessern können. Wird das Arganöl äußerlich aufgetragen, kann das Vitamin E die Regeneration von sonnenverbrannten und vernarbten Hautbereichen intensiv unterstützen.

Phytosterole

Das Vorkommen der pflanzlichen Sterine (auch "Phytosterole" aus dem Englischen) in Arganöl ziemlich einzigartig und von höchstem Interesse der Wissenschaft. Arganöl enthält im Gegensatz zu allen anderen Pflanzenölen, die D-7 Sterole Schottenol und Alpha-Spinasterol. Isoliert aus zwei Pflanzen zeigte sich in Laboruntersuchungen, dass das D-7-Schottenol das Tumorwachstum hemmt. Andere Untersuchungen sprechen dem Schottenol Heilwirkungen bei Wunden, Verbrennungen und auch Lepra zu.

Die Phytosterine besitzen ebenso einen wirkungsvollen Pflegeeffekt. Diese biochemisch wirkenden Substanzen sorgen für die Feuchtigkeitsspeicherung innerhalb der Zellen sowie für einen aktiven Hautstoffwechsel. Weitere wichtige Bestandteile des Arganöls sind Triterpenoide, welche sich außer zur Haar- und Hautpflege im menschlichen Körper auf diverse Weise verdient machen. Sie erhalten die Gesundheit von Galle, Herz und Leber, neutralisieren zudem krebsfördernde Substanzen, bekämpfen erfolgreich Viren und sollen eventuell sogar gegen HIV positiv aktiv sein.

Triterpenalkohole

Im unverseiften Anteil des Arganöls befinden sich die Triterpenalkohole, insbesondere Tirucallol, Bera-Amyrine, Butyrospermol, Lupeol und Methylen-Cycloartenol. Sie besitzen alle entzündungshemmende Eigenschaften, die für den Hautschutz und die Wundheitung genutzt werden kann.

Des Weiteren können die Triterpenoide verletztes Gewebe sowie Narben reparieren. Sie verfügen zudem über desinfizierende Eigenschaften und bieten einen natürlichen Hautschutz vor der Sonne. Diverse Hauterkrankungen wie zum Beispiel Schuppenflechte, Windpocken und Akne, trockene Ekzeme und Ausschläge können ebenso mittels der Triterpenoide gemindert werden. Schwangere können sich die ungeliebten Dehnungsstreifen mit einer regelmäßigen Hautpflege durch Arganöl ersparen.

Saponine

Saponine üben wiederum auf die Körperhaut einen besonders kühlenden Effekt aus, reduzieren zudem Falten und lindern eventuelle Entzündungen, indem ein Hydro-Lipid-Film aufgebaut wird. Mittels dieser hauchdünnen Schicht wird die Geschmeidigkeit der jeweiligen Hautoberfläche gewährleistet, wobei sie zudem einen antimikrobiellen Schutz darstellt.

Die Arganöl-Quelle: Der Arganbaum

Arganbaum aus Marokko
Der Arganbaum aus Marokko

Die marokkanischen Berberfrauen pflegen bereits seit Jahrhunderten ihre Haare und Nägel sowie auch die Haut mithilfe des Arganöls. Der Arganbaum (lateinisch Argania spinosa) liefert die Samen für das wertvolle Öl. Er kann fast 450 Jahre überdauern und gehört somit zu den ältesten Bäumen dieser Welt an. Da die Arganbäume lediglich im südwestlichen Marokko sowie an den Rändern des Atlasgebirges vorkommen, wurde dieser Landesbereich von der UNESCO dem Naturschutz unterstellt. Durch seine extreme Widerstandsfähigkeit erhielt der Arganbaum die zusätzliche Bezeichnung "Baum des Lebens".

Aufgrund ihrer Einzigartigkeit wurden die hier stehenden etwa 20 Millionen Arganbäume (auf einem Areal von etwa 820.000 Hektar) bereits 1998 als Biosphärenreservat unter Schutz gestellt. Mit seinem fast bis auf 30 Meter Tiefe reichenden Wurzelwerks kann er selbst äußerst trockenen Klimaverhältnissen trotzen und gleichzeitig Schafe und Ziegen wie auch Kamele durch seine nährstoffreichen Früchte und Blätter ernähren. Für die regionalen Berber-Familien ist der Arganbaum ein äußerst wichtiger Bestandteil innerhalb ihres kulturellen Lebens, da sie das Öl des Baums bereits seit jeher nutzen.

Arganöl – Gewinnung und Herstellung

Herstellung von Arganöl
Die klassische Herstellung des Arganöls von den Berberfrauen in Marokko

Die fleischigen, olivenartigen Früchte dieses Gewächses können Menschen nicht direkt genießen. Die im Innern verborgenen Samen des Arganbaumes beinhalten jedoch das äußerst wertvolle Öl. Nach alter Tradition werden die Samen von Berberfrauen gesammelt und anschließend für den Gebrauch ausgepresst. Die manuelle Ölpressung bedeutet aufgrund der äußerst harten Fruchtschale viel Mühe, sodass es etwa 20 Stunden dauert, bis ein Liter Öl gewonnen ist.

Die marokkanischen Berberfrauen, die sich dieser aufwendigen Aufgabe verschrieben haben, sind in Kooperativen vorbildlich organisiert und tragen mittels der Arganölgewinnung zum benötigten Lebensunterhalt der gesamten Familie bei. Sie sind aufgrund ihrer Erfahrung in der handwerklichen Verarbeitung der Mandelkerne sehr versiert. Diese sehr aufwendige Gewinnung und Herstellung des Arganöls sowie die Bedeutung der wertvollen Inhaltsstoffe rechtfertigen den wesentlich höheren Preis gegenüber einem hochwertigen Olivenöl.

Die Früchte werden zur Ölgewinnung in der Zeit von Juli bis in den September vom Boden aufgesammelt. Sie können nicht direkt vom Arganbaum gepflückt werden, da dieses Gewächs über extreme Dornen verfügt. Anschließend wird die Fruchtausbeute mittels der Sonne getrocknet und danach sorgfältig gelagert. Somit bleiben sämtliche Früchte über fast fünf Jahre haltbar und können nach Bedarf zu frischem Arganöl weiterverarbeitet werden. Das Pressen kann traditionell per Handarbeit oder auch maschinell erfolgen. Die maschinelle Verarbeitung besitzt den Vorteil, dass den Kernen wesentlich mehr Ertrag abzuringen ist. Außer deutlichen Einbußen bei der Qualität des Öls während einer maschinellen Pressung bedeutet diese Verarbeitungsmethode für sämtliche Berberfrauen die Verdrängung als Rohstofflieferantinnen.

Arganöl und seine ursprüngliche Handpressung

Das inzwischen getrocknete Fruchtfleisch und die Schalen der Früchte zerquetschen die Berberfrauen mit geübten Händen zwischen Steinen, um an die Kerne zu gelangen. Das Fruchtfleisch wird später als Tierfutter verwendet. Im Anschluss muss die Kernschale mittels zerquetschen geknackt werden, damit die inneren Mandeln zu Arganöl verarbeitet werden können. Jeder Kern beinhaltet circa drei Mandeln, welche ungefähr die Größe von Sonnenblumenkernen aufweisen. Um natives Arganöl herzustellen, werden die gewonnenen Mandelkerne umgehend weiterverarbeitet. Das unverkennbare, nussige Aroma des Öls wird durch das Rösten der Kerne über offenem Feuer erzeugt.

Je länger dieser Vorgang dauert, desto kräftiger das Aroma des Öls. Aus diesem Grund existieren etliche unterschiedliche Geschmacksvarianten des Arganöls aus den gerösteten Kernen. Sind die Mandelkerne abgekühlt, werden sie mittels einer Steinmühle per Hand gemahlen. Dadurch entsteht eine breiartige Masse, welche erst geknetet und danach mit gerade handwarmem Wasser vermischt wird. Dieser Arbeitsgang befreit das Arganöl, welches im Anschluss in geeignete Gefäße/Flaschen abgefüllt wird. Die Reste der Masse finden ebenso ihre sinnvolle Verwertung als Tierfutter.

Argan Öl, das Gold Marokkos. Film über die Herkunft und Gewinnung

Arganöl – preislich im oberen Segment

Das hohe Preisniveau des Arganöls begründet sich (neben seiner positiven Wirkung auf den menschlichen Organismus) dadurch, dass es sich um eine äußerst arbeitsintensive Fertigung handelt, die in Handarbeit geleistet wird sowie dem Umstand, dass der Baum lediglich in einem flächenmäßig sehr kleinen Bereich Marokkos wächst. Zudem konnte der Arganbaum bisher nicht innerhalb anderer Regionen angesiedelt werden. Somit stehen nur relativ geringe Mengen der Früchte zur Verfügung, wobei die Ernte äußerst schwierig ist, da nur Früchte genutzt werden, welche am Boden liegen. Ein durchschnittlicher Arganbaum bietet mit einer Menge von ungefähr 30 Kilogramm an Früchten einen relativ geringen Ertrag. Diese Menge reicht lediglich für nur einen Liter Arganöl aus.

 

Hinweis:
arganoel.info

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