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Herstellung und Gewinnung von Arganöl

Arganöl Herstellung
Arganöl wird in sorgfältiger Handarbeit von marokkanischen Berberfrauen hergestellt

Die marokkanischen Arganien verfügen über eine mittlere Wuchshöhe und können selbst in fast 1300 Meter Höhe extreme Hitze und Trockenheit überstehen. Sie sind im nördlichen Afrika, Marokko, seit Millionen von Jahren beheimatet und werden von den dort ansässigen Berbern als Lebensbaum bezeichnet.

Der dornige Arganbaum (Argania spinosa) trägt bittere Früchte, welche für Menschen in ihrem natürlichen Zustand ungenießbar sind. Lediglich die Ziegen der Berber wagen sich in die Arganbäume und fressen die Früchte sowie das Blattwerk. Die gelb-grünen Arganfrüchte besitzen eine Haut aus Fruchtfleisch und gleichen vom Aussehen etwa Oliven oder Datteln. Entfernt man das Fruchtfleisch, kommt man an etwa 2-3 Argannüsse mit einer extrem harten Schale. Öffnet man die Schale, kommt man an die drei Kerne oder Mandeln, die das kostbare Arganöl beiinhalten.

Um den harten Kernen das wertvolle Öl abzuringen, haben sich die Berberfrauen zu besonderen Kooperativen (UCFA - Union des Coopératives des femmes de l’Arganeraie) zusammengeschlossen, die grundsätzlich die traditionelle ursprüngliche Handarbeit zur Ölgewinnung nutzen. Das Arganöl aus Marokko wird zu etwa 80 Prozent mittels aufwändiger Handarbeit erzeugt.

Die unterschiedliche Gewinnung des kostbaren Arganöls

Klassisches Ernten von vom Baum gefallenener Arganfrüchte

Da die Äste und das Blattwerk des Arganbaums sehr stachelig ist, ist das Ernten der frischen Arganfrüchte so gut wie unmöglich für den Menschen. Da außerdem die Arganbäume sehr wertvoll für die Berber ist, werden die Früchte auch nicht vom Baum geschlagen sondern man wartet darauf, dass die reifen Früchte der Arganie herabfallen und dann von den Berberfrauen aufgesammelt werden. Die reifen Arganfrüchte werden anschließend unter der heißen Sonne auf den Hausdächern zu trocknen.

Nach diesem natürlichen Trockenprozess wird das Fruchtfleisch der Argannuss in einem ersten Arbeitsgang per Hand geschält..

Ernten der Argannüsse mit Hilfe der Ziegen

Ziegen fressen Arganfrüchte
Die Ziegen der Amazighs fressen die Arganfrüchte in den Baumkronen und scheiden dann die rohen Argannüsse aus, da die Verdauung der Tiere nur das Fruchtfleisch verarbeiten kann.

Eine zusätzliche Methode, um an das wertvolle Arganöl zu kommen, ist die Ernte mit Hilfe der Ziegen der Amazigh. Die Ziegen scheuen nicht den bitteren Geschmack der Arganfrüchte und werden deshalb in die Baumkronen geschickt, um die Arganfrüchte samt Blättern zu fressen, was man überall im Land beobachten kann. Im Magen der Ziegen wird dann das Fruchtfleisch verdaut und die ganzen Argannüsse wieder ausgeschieden.

Mit Hilfe der Ziegen sparen sich die Berberfrauen somit eine Phase in der Verarbeitung der Arganfrüchte hin zum Arganöl - die Trocknungsphase herabfallender reifer Arganfrüchte inklusive Entfernung des dann getrockneten Fruchtfleisches.


Herstellungsprozess des Arganöls

Das wertvolle Arganöl wird in einem recht aufwändigen Prozess von den Berberinnen aus der Arganfrucht hergestellt. Im ersten Schritt muss das Fruchtfleisch von den gewonnenen Früchten entfernt werden, damit die Argannuss überbleibt. Dann erfolgt eine Öffnung der harten Schale damit die darin liegenden Mandeln gepresst werden können.

Entfernen des Fruchtfleisches von der Arganfrucht

Die in den Argannüssen enthaltenen Mandeln sind die Quelle des Arganöls. Deshalb müssen die reifen Arganfrüchte von ihrem Fruchtfleisch getrennt werden. Dies geschieht einerseits schon bei der Gewinnung über die "Ernte" der Ziegen, mit Hilfe derer die Arganfrüchte von den Bäumen gefressen werden und dann über die Verdauung die reinen ganzen Nüsse zum Vorschein kommen. Andererseits sammeln die Berberfrauen die herabgefallenen, reifen Arganfrüchte und die anschließende Trocknung auf den Dächern der Hütten statt. Wenn das Fruchtfleisch getrocknet ist und als trockener Zellstoff die Nuss umgibt, ist es einfach von der Nuss abzuschälen.

Entfernen der harten Schale der Argannüsse

Die extrem harte Schale der Nuss, welche im Vergleich zu der allseits bekannten Haselnuss das Sechsfache beträgt, wird im Anschluss von den Arbeiterinnen mithilfe ihres Steinschlegels auf einem Amboss aus Stein gespalten.

Video über das Spalten der Argannüsse bei Marrakech

Pressung der in den Nüssen befindlichen Mandeln

Die in den Argannüssen befindlichen zarten Mandeln werden von ihnen in sorgfältiger Handarbeit auf schadhafte Kerne durchsucht und sortiert. Eine einzelne Berberfrau ist bei dieser Arbeitsweise in der Lage innerhalb eines Tages ungefähr ein Kilogramm einwandfreier Kerne/Mandeln zu gewinnen. Diese Ernte kann einerseits mittels eines schonenden Verfahrens geröstet (wodurch ein aromatischer walnussartiger Geschmack entsteht) und anschließend im manuellen Verfahren mithilfe einer Steinpresse ausgepresst werden.

Das so erzeugte Mus wird im Anschluss mit wenig erwärmtem Wasser angereichert und per Hand vermengt, bis das Arganöl beginnt, sich abzusondern.

Um einen einzigen Liter Öl auf diesem Weg zu gewinnen, werden ungefähr 30 Kilogramm Arganfrüchte (circa 4,5 Kilogramm Mandeln) benötigt. Andererseits erfolgt in gleicher manueller Verfahrensweise eine erste Kaltpressung bei einer Temperatur unter 40 Grad Celsius, die ebenso ein wertvolles Arganöl hervorbringt, das über ein äußerst markantes Aroma verfügt. Das reine Arganöl dieser aufwendigen Verarbeitungsweisen wird zum Abschluss durch einen Filter gegeben, damit eventuelle Trübungen entfernt werden.

Heutzutage wird auch mit innovativer industrieller Röstung sowie Pressung in großen urbanen Unternehmen Arganöl gewonnen, wobei allerdings manche wertvollen natürlichen Inhaltsstoffe Schaden nehmen oder sogar verloren gehen können. Die Unternehmen kaufen immense Mengen der Arganfrüchte auf und vertreiben das industriell erzeugte Arganöl meistens mit dem Zusatz 'nach Berberart'.

Reines Arganöl als Lebenselixier

Beim Arganöl, welches mit gerösteten Samen erzeugt wird, finden ausschließlich Mandeln eine Verwendung, die absolut intakt sind, sodass gesundheitlich bedenkliche Verbrennungen der Kerne verhindert werden. Dieses hauptsächlich im kulinarischen Bereich eingesetzte Arganöl beinhaltet ätherische wie auch fette Öle, wobei die gesundheitsfördernden ungesättigten Fettsäuren ungefähr 80 Prozent betragen.

Bei der Kaltpressung findet keinerlei Vorbehandlung dieser Art statt. Dieses Arganöl wird aufgrund seines speziellen Aromas zur traditionellen (teilweise puren) Anwendung beziehungsweise Heilung bei etlichen Hauterkrankungen sowie Hautpflege erfolgreich eingesetzt. Arganöl verfügt zum Beispiel auch über eine antibakterielle sowie zellerneuernde Wirkung und erhält Haare wie auch Haut geschmeidig. Bei der innerlichen Anwendung sind beispielsweise drei pure Teelöffel des Arganöls je Tag ausreichend, um den menschlichen Organismus mit dem lebenswichtigen Vitamin E zu versorgen.

Laut Expertenschätzung werden jedes Jahr lediglich 3 bis 4 Millionen Liter (Olivenöl ungefähr 2,8 Milliarden Liter) des wertvollen Arganöls hergestellt, wodurch sich auch das hohe Preisniveau erklärt. Zudem gehört der komplette Bestand der Arganbäume in Marokko seit 1998 einem 'Biosphären-Reservat' (Arganeraie) an, welches der UNESCO untersteht. Die agrartechnische Behandlung dieser speziellen Bäume ist absolut untersagt, sodass sämtliche Arganfrüchte zu 100 Prozent ökologisch gedeihen. Die Reinheit und Qualität wird regelmäßig durch staatliche Fachlabore kontrolliert.

 

Hinweis:
arganoel.info

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